Mission Titelverteidigung

Winter, Kälte und Schnee. Also ab in die Halle zum 6-Stunden-Rennen auf der Kartbahn Bad Rappenau. Florian und Florian laden wieder zum Indoor Kart-Pokal der Drift-Schule (DRIFT.de) ein. Schon seit 2015 ist das traditionell mein Start in die neue Motorsport-Saison.
Nach unserem Sieg vor einem Jahr reisen wir als Titelverteidiger an. Gemeinsam im Team mit Alex, Tobias und Marc nehmen wir die 6 Stunden in Angriff. Weil wir heiß aufs Kartfahren sind, haben wir mutig zwei Teams angemeldet. Damit kommen wir auf wahnsinnige drei Stunden Fahrzeit pro Fahrer.
Insgesamt sind 14 Teams am Start, die uns die Titelverteidigung so schwer wie möglich machen wollen. Die Konkurrenz ist unberechenbar und 6 Stunden sind lang. Natürlich steht der Spaß im Vordergrund, aber wir sind auch zum Rennen fahren hier.
Bei der Kartauslosung ziehen wir #11 und #13. Diese Nummern werden wir das gesamte Rennen behalten, die Karts werden jedoch im Rennen stündlich getauscht. Die Leihkarts sind nie alle gleich schnell und mit den Kartwechseln wird versucht, dass alle Teams möglichst die gleichen Chancen haben.

Qualifying

Im Qualifying zeigt sich schnell, dass wir mit der #11 eine Niete gezogen haben. Mehr als Startplatz 10 schaffen wir nicht. Dafür ist die #13 besser und ich kann uns haarscharf die Pole Position sichern.
P1 und P10. Wir haben uns vorab viel Gedanken zur Taktik gemacht, aber darauf sind wir nicht vorbereitet. Wir überlegen uns viele Varianten und entscheiden uns erst 10 Sekunden vor Rennbeginn.
Tobias nimmt den Kampf mit der #11 von Startplatz 10 an. Ich darf mit der #13 von der Pole Position starten. Wir springen schnell in unsere Karts und starten direkt in die Einführungsrunde.

Start

Den fliegenden Start erwische ich perfekt und kann direkt eine kleine Lücke zu "Team Lotus" auf Platz 2 rausfahren. Unsere Rundenzeiten sind fast identisch und ich kämpfe um jedes Hundertstel. So richtig absetzen kann ich mich leider nicht.
Die ersten 10 Minuten werden keine blauen Flaggen gezeigt. Kaum sind die 10 Minuten vorbei, bekomme ich direkt die blaue Flagge und muss Platz 2 vorbeilassen. Um es mal vorsichtig auszudrücken: wirklich glücklich bin ich damit nicht. Der Abstand zwischen uns beiden schwankt nur minimal und keiner ist deutlich schneller.
Die Führung muss ich also vorerst abgeben. "Team Lotus" kann sich direkt vor mir nur minimal absetzen, der Vorsprung ist nie größer als 2 Sekunden. Doch bei den Überrundungen habe ich etwas mehr Glück und bin wieder direkt dran.
Das ist meine Chance wieder die Führung zurück zu holen. Über drei Runden mache ich Druck auf den Vordermann. Dann kommt plötzlich die blaue Flagge und ich darf Platz 1 übernehmen. Bis zum ersten Kartwechsel kann ich mit der #13 einen hauchdünnen Vorsprung von 2 Sekunden herausfahren.
Tobias kämpft dagegen mit stumpfen Waffen. Nach einer Stunde rettet er sich auf Platz 11 zum Kartwechsel. Er darf das Kart an ein anderes Team abgeben, die wenig später damit einen technischen Defekt haben. Das war wohl wirklich die Niete des Tages. Ab jetzt kann es nur besser werden.

Rennen

Wir nutzen den Kartwechsel auch für den Fahrerwechsel. Tobias und ich können uns jetzt eine Stunde ausruhen, während Alex und Marc Vollgas geben. Alex kann mit der #13 den Vorsprung ausbauen und Marc startet mit der #11 die Aufholjagd.
So wechseln wir uns über das Rennen immer wieder ab, so dass jeder in beiden Teams zum Einsatz kommt. Tobias hat zu Beginn sicher die undankbarste Aufgabe übernommen und sich im hinteren Mittelfeld abkämpfen müssen.
Im späteren Rennverlauf wechselt er auch auf die #13 und kann Führungskilometer sammeln. Mit top Rundenzeiten zeigt Tobias, dass er sehr wohl schnell fahren kann und festigt damit unsere Spitzenposition.
"Team Lotus" auf Platz 2 gibt uns keine Gelegenheit zum Ausruhen und jagt die #13 die ganzen 6 Stunden. Mit der #11 können wir uns langsam durchs Feld kämpfen und fahren sogar bis auf Platz 3 nach vorne.
Den dritten Platz müssen wir in der letzten Stunde allerdings wieder abgeben und kommen mit der #11 schließlich auf Platz 4 ins Ziel. Dafür können wir uns mit der #13 an der Spitze behaupten und fahren auf Platz 1 ins Ziel.

Ziel

Es war ein super faires Rennen von allen Teilnehmern, so muss das sein. Der gesamte Tag hat uns als Team riesig Spaß gemacht. Dass es am Ende sogar zur Titelverteidigung gereicht hat, ist natürlich der perfekte Abschluss.
Wir haben im Verlauf des Rennens viel an unserer Taktik gefeilt. Jeder hat immer die Rolle übernommen, in der er am meisten zum Teamerfolg beitragen kann. Das ist für mich persönlich der wichtigste Baustein für ein erfolgreiches Langstreckenrennen. Vielen Dank an Alex, Tobias und Marc: es war mir eine Ehre!
Dieses Rennen war der perfekte Auftakt für 2019. Ich freue mich auf viele Momente, Menschen und Geschichten auf und neben der Rennstrecke. Und wenn dieses Jahr noch ein paar Pokale dazukommen, dann würde ich die auch einfach mitnehmen.

Autor & Quelle: Christoph Magg

Hier gehts zum Indoor Kart-Pokal in Bad Rappenau am 11.01.2020